Dort, wo sich die Wege von Franz Andres und Adam Kuckhoff in Halle kreuzen, lädt ein Pinguin zur Betrachtung seiner Künste ein. Doch nur aufmerksame Passanten werden seinen schwarzen Schatten auf dem alten Mauerwerk linksseitig des rostigen Zauntores tanzen sehen. Wer den kleinen Seevogel jedoch erst einmal entdeckt hat, wird unverzüglich Zeuge seiner Darbietung. Spielerisch jongliert der kleine Show-Star einen kreisrunden, bunten Ball, der sich seinen Weg aus dem Mauerwerk in den Stadtraum bahnt. Ganz so als würde es nun nur den Pinguin und seinen liebsten Begleiter geben, wird der Betrachter zum stillen Zuschauer der hingebungsvollen Zuneigung eines Wesens zu einem ihm bedeutungsvollen Objekt.

Vermutlich harmonieren in dieser Szene Kunstwerke zweier unterschiedlicher Künstler*innen miteinander – und zwar so, dass sie zusammen ein neues erschaffen, gleichzeitig jedoch noch immer für sich stehen. Unklar bleibt, welche*r Künstler*in sein Kunstwerk zuerst an Ort und Stelle verwirklicht hat. Spannend aber ist, wie beide Kunstwerke miteinander interagieren.

Franz Andres und Adam Kuckhoff hätten sich über solch einen Anblick sicherlich auch gefreut.


CUP und Unbekannter Künstler | Fliese aus Holz, Stencil

Fundort: Ecke Franz-Andres-Straße und Adam-Kuckhoff-Straße, 06108 Halle

Posted by:Lea Köhler

Lea Köhler studiert seit 2015 Kunst und Ethik auf Lehramt an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein und der Martin-Luther-Universität in Halle. Sie mag Sonne, Regen und den Wald.