Bedient man sich des Geoskops auf dem Marktplatz, ist man plötzlich ganz tief unten. Im Untergrund von Halle an der Saale, um genau zu sein. Vom Anblick des silbern glänzenden Kubus’ ausgehend eine Überraschung. Und nun dreht man den Kubus schwerfällig um die eigene Achse, starrt in die Schwärze des Erdreichs und fragt sich, um was es hier geht.

Dann leuchten langsam ringförmig angeordnete Schriften aus dem Dunkeln. Wörter wie „Störung“, „Halloren“ und „Gutjahr“ sind zu erkennen. Wer sich ein bisschen in Halle auskennt, weiß um die lokale Bedeutung der Halloren. Die Salinearbeiter kochten Sole in Pfannen zu Salz, mit welchem die Stadt dann Handel trieb.

Auch der Gutjahr-Brunnen war zur Salzgewinnung in der Oleariusstraße 9, nur wenige hundert Meter entfernt vom Geoskop, errichtet worden. Er ist der einzige heute noch existente Solebrunnen der Stadt, inzwischen allerdings verseucht.

Und was hat es mit dem Wort „Störung“ auf sich? Eine Inschrift seitlich am Geoskop klärt auf. Diagonal unter dem Marktplatz verläuft die sog. „Marktplatzverwerfung“, eine geologische Störungszone. Die Solequellen, die dort austraten, wurden schon vor 5000 Jahren zur Salzgewinnung genutzt und bildeten später die Grundlage für die Stadtentwicklung.

Man blickt also hinunter in ein kleines Stück Stadtgeschichte und weit darüber hinaus. Ein schöner Gedanke.